Technik-Glossar

BIOGAS
Laut Definition des Energiewirtschaftsgesetzes handelt es sich dabei um Biomethan, Gas aus Biomasse, Deponiegas, Klärgas und Grubengas.

BIOMASSE
Biomasse umfasst alle Lebewesen, abgestorbene Organismen, organische Stoffwechselprodukte und organische Reststoffe. In unseren Biomasseheizkraftwerken wird hauptsächlich Holz (Altholz, Holzhackschnitzel oder Pellets) als Brennstoff eingesetzt.

Bruttostromerzeugung
Brutto-Stromerzeugung der Erzeugungseinheit, das heißt erzeugte elektrische Arbeit an den Generatorklemmen in MWh/a.

CO 2 -EMISSIONSZERTIFIKATE
Sind ein Instrument der Umweltpolitik mit dem Ziel, CO 2 -Emissionen mit möglichst niedrigen volkswirtschaftlichen Kosten zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, wird ein Markt für CO 2 geschaffen. Das Preissignal, das von diesem Markt ausgeht, bildet einen Anreiz für die teilnehmenden Unternehmen, ihren CO 2 -Ausstoß zu verringern. In der Umsetzung muss dafür zunächst eine Obergrenze für bestimmte Emissionen innerhalb eines konkreten Gebiets (regional, national, international), eines bestimmten Zeitraums (zum Beispiel Kalenderjahr) und für eine definierte Teilnehmergruppe (zum Beispiel Energiewirtschaft, Schwerindustrie) politisch festgelegt werden. Dann werden, entsprechend dieser Obergrenze, sogenannte CO 2 -Zertifikate ausgegeben, die zur Emission einer bestimmten Menge berechtigen. Emissionen, die ohne Emissionsrecht erfolgen, werden mit einer Strafe belegt. Durch ein schrittweises Senken der Obergrenze kann der Anreiz zur CO 2 -Einsparung sukzessive verstärkt werden.

COMMODITY
Bezeichnung für eine standardisierte handelbare Ware, zum Beispiel Strom, Gas, Kohle oder CO 2 -Zertifikate.

CONTRACTING
Darunter versteht man das Errichten oder Übernehmen und Betreiben einer Energieerzeugungsanlage zur Nutzenergielieferung, zum Beispiel Strom, Wärme, Kälte oder Druckluft, durch einen Contractor (externen Dritten) auf Basis von Langzeitverträgen. Ziel ist es, durch Optimierungsprozesse deutliche wirtschaftliche und ökologische Vorteile zu erreichen.

EBS
Abkürzung für Ersatzbrennstoffe, die aus heizwertreichen Abfällen aus Haushalten, Industrie und Gewerbe gewonnen werden. In herkömmlichen Kraftwerken und Zementfabriken ersetzen die EBS bereits Anteile von Kohle, Erdgas und Heizöl.

ERNEUERBARE-ENERGIEN-GESETZ (EEG)
Gesetz vom 29. März 2000 für den Vorrang Erneuerbarer Energien, zuletzt novelliert mit Wirkung zum 1. Januar 2009 (EEG 2009). Zentraler Baustein der deutschen Klimaschutzstrategie. Mit dem EEG soll der Anteil Erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung bis 2020 auf über 30 % gesteigert werden. Zu den Erneuerbaren Energien zählen Biomasse, biogener Anteil des Abfalls (50 %), Photovoltaik, Wasserkraft und Windkraft.

EEG-AUSGLEICHSMECHANISMUS
Bezeichnet die Transferzahlung, mit der die EEG-Vergütung, welche die über EEG geförderten Anlagenbetreiber erhalten, über die Netzbetreiber und Stromlieferanten auf die Endkunden umgelegt wird. Die sogenannte EEG-Umlage muss von den Endkunden entrichtet werden (finanzieller Ausgleich). Der physische Ausgleich, bei dem auch die EEG-Strommengen anteilig an alle Kunden weitergeleitet wurden, entfällt ab dem 1. Januar 2010.

ENERGIEHANDELSDERIVATE
Energiehandelsderivate sind Termingeschäfte (als Fest- oder Optionsgeschäfte ausgestaltet), deren Preis unmittelbar oder mittelbar vom Börsen- oder Marktpreis eines Referenzwerts abhängt. Charakteristisch ist der in der Zukunft liegende Erfüllungszeitpunkt (folgt aus dem Terminus Termingeschäft) und die Abhängigkeit des Derivat-Preises vom Börsen- oder Marktpreis. Gehandelt werden von uns Derivate auf die Primärenergieträger Gas und Kohle sowie auf das Energieerzeugnis Strom.

GRADTAGSZAHLEN
Gradtagszahlen sind ein Witterungsindikator für die Beurteilung des temperaturabhängigen Heizenergiebedarfs. Gemäß der VDI-Richtlinie 4710 errechnen sich die Gradtagszahlen aus der Differenz der Rauminnentemperatur von 20 Grad Celsius und der tagesmittleren Außentemperatur unterhalb der sogenannten Heizgrenztemperatur von 15 Grad Celsius. Dies ist die tagesmittlere Außentemperatur, ab der nach der Gradtagsmethode Heizen erforderlich ist.

GUD-KRAFTWERK
Ein Gas- und Dampf-Kombikraftwerk ist ein Kraftwerk, in dem die Prinzipien eines Gasturbinenkraftwerks und eines Dampfkraftwerks kombiniert werden.

H-GAS
H steht für englisch „High“ und bezeichnet Gas mit hochkalorischem Brennwert (Erdgas).

KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG (KWK)
KWK ist die gleichzeitige Gewinnung von mechanischer Energie, die in der Regel unmittelbar in Strom umgewandelt wird, und nutzbarer Wärme für Heizzwecke (Fernwärme) oder Produktionsprozesse (Prozesswärme) in einem Heizkraftwerk. Es ist somit die Auskopplung von Nutzwärme insbesondere bei der Stromherstellung aus Brennstoffen. Da für KWK-Systeme gegenüber der reinen Stromerzeugung (ohne Nutzung der Abwärme hinter der Turbine) und eigener Heizungsanlage der gesamte spezifische Energieeinsatz niedriger liegt, kann Kraft-Wärme-Kopplung zum Ziel der Energieeinsparung beitragen.

L-GAS
L steht für englisch „Low“ (niedrig) und bezeichnet Gas mit geringem Brennwert. Market Design iM energieMarkt Detaillierte Festlegungen von „Marktregeln“ zwischen der regulierten Wertschöpfungsstufe Netz und den wettbewerblichen Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Handel und Vertrieb.

MARKET FACILITATORS
Ideal eines neuen Rollenverständnisses des Netzbetreibers, der sich als Förderer des Wettbewerbs auf den Energiemärkten sieht. Der „Market Facilitator“ orientiert sich an den Ansprüchen seiner Kunden (Vertriebe, Händler, Erzeuger) und stellt für deren Erfüllung effiziente Infrastruktur und Dienstleistungen bereit.

NETTO-STROMERZEUGUNG
Die an das Versorgungssystem (Übertragungs- oder Verteilungsnetz beziehungsweise Kunden) abgegebene Arbeit der Erzeugungseinheit. Die Größe wird berechnet, indem der Betriebs-Eigenverbrauch von der Brutto-Stromerzeugung abgezogen wird.

NETZENTGELTE
Netzentgelte oder Netznutzungsentgelte sind im liberalisierten Energiemarkt Entgelte, die Strom- und Gasnetzbetreiber als Gegenleistung für die Netznutzung zur Netzdurchleitung von den jeweiligen Nutzern erheben.

REGELENERGIE
Regelenergie wird in der Stromversorgung benötigt, um nicht vorhersehbare Lastschwankungen und Kraftwerksausfälle auszugleichen. Damit die Energie sofort im erforderlichen Umfang geliefert werden kann, wird dazu Leistung in gut regelbaren Kraftwerken vorgehalten. Als Regelkraftwerke werden gedrosselte Dampf-, Speicherwasser-, Pumpspeicherwasserund Gasturbinenkraftwerke eingesetzt.

REGELZONE
Das deutsche Stromnetz ist in vier Regelzonen aufgeteilt. Der für eine Regelzone zuständige Übertragungsnetzbetreiber gewährleistet den stabilen Netzbetrieb durch das Ausregeln von Erzeugungs- und Verbrauchsschwankungen mittels Regelenergie.

SMART-GRIDS
Smart Grids (intelligente Netze) bieten durch Anwendung aktueller Technologien und Entwicklungen erweiterte Möglichkeiten für eine aktive und flexible Anpassung von Erzeugung, Netzführung, Speicherung und Verbrauch an die sich ständig ändernden Anforderungen der Energiemärkte.

SMART-METERING
Ein intelligenter Zähler (auch Smart Meter genannt) ist ein elektronischer Zähler mit dem zukünftig die Verbrauchsdaten für Strom, Gas, Wärme und Wasser erfasst und vom Energieversorgungsunternehmen automatisch ausgelesen und verarbeitet werden können. Mit der neuen Smart-Metering-Technik stehen den Kunden detaillierte Informationen zum aktuellen Verbrauch und den Kosten zur Verfügung.

STROMERZEUGUNGSKAPAZITÄT (brutto-engPassLeistung)
Installierte elektrische Brutto-Engpassleistung der gesamten Stromerzeugungsanlage in MWel Brutto-Engpassleistung der Erzeugungseinheit, das heißt die abgegebene Leistung an der Generatorklemme.

STROM-NETTO-ENGPASSLEISTUNG
Die an das Versorgungssystem (Übertragungsund Verteilernetz oder Verbraucher) abgegebene Leistung in MWel. Rechnerisch: Brutto- Engpassleistung abzüglich durchschnittliche elektrische Eigenverbrauchsleistung.

VERLUSTENERGIE
Energie, die zum Ausgleich physikalisch bedingter Netzverluste benötigt wird.

WHISPERGEN
Mit Erdgas betriebene Hausenergieanlage, die mittels eines Stirlingmotors nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung dezentral – und damit ohne Leitungsverluste – gleichzeitig Wärme und Strom für Ein- und Zweifamilienhäuser produziert.

WIRKUNGSGRAD
Verhältnis von abgegebener und aufgenommener Leistung bei der Energieumwandlung. Bei thermischen Kraftwerken gibt der Wirkungsgrad an, wie viel Prozent der im Brennstoff enthaltenen Wärmeenergie in Strom umgewandelt werden kann. Je höher der Wirkungsgrad ist, desto effizienter wird der Energiegehalt des Einsatzstoffs genutzt. Moderne Gaskraftwerke kommen auf Wirkungsgrade von bis zu 60 %. Bei Stein- und Braunkohle werden 46% beziehungsweise 43% erreicht.