Energiemärkte
Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden die Primärenergiepreise (siehe auch nachfolgende Grafiken) insbesondere durch die aufgrund der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise gesunkene Rohstoffnachfrage beeinflusst. Die Notierungen für die Nordseeölsorte Brent (Reuters IP Brent Index Frontmonth)bewegten sich zwischen Oktober 2008 und September 2009 in der Bandbreite 41 bis 96 US-Dollar / Barrel. Der durchschnittliche Preis lag mit 59 US-Dollar / Barrel deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus. Parallele Preisentwicklungen waren auch auf den nationalen und internationalen Erdgas- und Kohlemärkten zu verzeichnen: Die EEX-Preise für das Erdgasprodukt Cal10 im Marktgebiet NCG (NetConnect Germany) fielen im Verlauf des Berichtsjahres von
35 Euro / MWh auf 15 Euro / MWh. Die Frontjahr-Preise für Steinkohle im ARA-Raum (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) fielen von 151 US-Dollar / metrische Tonne Anfang Oktober 2008 auf 82 US-Dollar / metrische Tonne im September 2009. Ein Teil der rückläufigen Preisentwicklung für Steinkohle ist auf die Entwicklung der Frachtraten zurückzuführen: Die Preise für Seefrachten zwischen dem wichtigsten europäischen Kohleumschlagshafen in Richards Bay und dem ARA-Raum, welche im Sommer 2008 zeitweise über 60 US-Dollar / Tonne (Spotmarkt) betrugen, lagen gegen Ende des Geschäftsjahres 2008/09 bei 11 US-Dollar / Tonne.
Die Notierungen für EU-Emissionsberechtigungen folgten der Baisse der Energiemärkte. Das Preisniveau für Lieferung im jeweils kommenden Jahr lag mit durchschnittlich 15 Euro / Tonne CO 2 im Berichtsjahr deutlich unter dem des vorherigen Geschäftsjahres
2007/08.
Der durchschnittliche Preis für Strom mit Lieferung im Folgejahr lag im Geschäftsjahr 2008/09 bei 54 Euro / MWh (Grundlast). Gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr entspricht dies einem Preisrückgang von über 20 %. Das Preisniveau an den Großhandelsmärkten in Deutschland wurde dabei im Wesentlichen durch die gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigeren Preise für Primärenergieträger und die gesunkenen Notierungen für CO 2 -Zertifikate beeinflusst. Darüber hinaus hat der Rückgang der Wirtschaftsleistung zu einem Rückgang des Stromverbrauchs der Industriekunden geführt.
Die Gas- und Stromnachfrage in Deutschland ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum deutlich gesunken. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ging der Strombedarf um rund sieben Prozent und der Gasbedarf ebenfalls um rund sieben Prozent zurück. Der Verbrauchsrückgang spiegelt vornehmlich die anhaltend schwache Industrieproduktion wider. Stabilisierend hingegen wirkten die kühlere Witterung zu Jahresbeginn sowie die gegenüber konjunkturellen Einflüssen relativ robuste Energienachfrage der Haushalte und des Dienstleistungssektors.

