Wertorientierte Unternehmensführung 2008/09
Die zentrale Steuerungsgröße unserer wertorientierten Unternehmensführung und der damit verbundenen Kapitalsteuerung ist der Value Spread. Diese Kennzahl errechnet sich aus der Differenz zwischen der periodischen Erfolgsgröße ROCE (Return on Capital Employed), also der Rendite auf das eingesetzte Kapital, und dem gewogenen durchschnittlichen Kapitalkostensatz WACC (Weighted Average Cost of Capital). Sie gibt also Aufschluss darüber, welchen Mehrwert wir gemessen an unseren Kapitalkosten erwirtschaften. Der ROCE setzt das operative Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte (Adjusted EBITA) in Relation zu dem dafür eingesetzten Kapital. Im Berichtsjahr errechnet sich ein ROCE von 9,0 % (Vorjahr ohne IAS 39 Effekt 10,2 %).
Die Kennzahl WACC, der zweite Bestandteil unserer Kenngröße Value Spread , dient als langfristige ökonomische Untergrenze der operativ erwirtschafteten Rendite. Die Gewichtung der Kapitalkosten erfolgt auf der Basis des Eigen- und Fremdkapitalanteils am zu verzinsenden Kapital (Capital Employed) . Für die Berechnung dieser Kapitalanteile sind nicht die bilanziellen Buchwerte maßgebend, sondern die Marktwerte, an denen potenzielle Investoren ihre Anlagealternativen messen.
Die Grundanforderungen an die Kapitalsteuerung haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Dem gewogenen Kapitalkostensatz WACC haben wir im Berichtsjahr wie im Vorjahr Fremdkapitalzinsen von 5,5 %, ein Tax-Shield (eine Steuereinflussgröße) von 30% und eine EK-Quote Marktwert von 50% zugrunde gelegt. Auch die übrigen Parameter zur WACC-Berechnung wurden unverändert beibehalten ( risikoloser Zins :
4,5 %; ß-Faktor : 0,7; Marktrisikoprämie : 5,0 %). Danach betragen im Berichtsjahr die gewogenen Kapitalkosten vor Steuern wie im Vorjahr 8,5 %.

Als Differenz aus dem ROCE von 9,0 % (Vorjahr 10,2 %) und dem WACC von 8,5 % (Vorjahr 8,5 %) ergibt sich für das Geschäftsjahr 2008/09 ein positiver Value Spread in Höhe von 0,5 % (Vorjahr 1,7 %). Der Rückgang des Adjusted Value Spread zeigt die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Ertragskraft der MVV Energie Gruppe

