22 Finanzinstrumente

Die Finanzinstrumente lassen sich in originäre und derivative Finanzinstrumente untergliedern.

ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE: Als finanzielle Vermögenswerte werden auf der Aktivseite Beteiligungen, Ausleihungen, Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Geldforderungen sowie liquide Mittel ausgewiesen. Die erstmalige Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. Transaktionskosten werden einbezogen.

Im Rahmen der Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Folgebewertung erfolgt für finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts gemäß IAS 39 (2008) werden erfolgsneutral im Eigenkapital unter Berücksichtigung latenter Steuern erfasst. Bei Abgang werden diese erfolgswirksam berücksichtigt. Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Vermögenswerts vor, wird dieser erfolgswirksam abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Zeitwerte nicht verlässlich geschätzt werden können, erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte der Kategorien „Vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen“ sowie „Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente“ erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls unter Verwendung der Effektivzinsmethode. Die fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Gegenleistung, korrigiert um Wertminderungen, Zinsen und Tilgungen. Erkennbare Risiken, insbesondere aufgrund erwarteter Zahlungsausfälle oder verminderter erwarteter Cashflows, werden durch Wertminderungen berücksichtigt. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt direkt im Periodenergebnis.

Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag, das heißt zu dem Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Marktübliche Käufe oder Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe, welche die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch Bezugnahme MVV Energie 2008/09 127 auf den an der Börse notierten Geldkurs am Bilanzstichtag ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden geschätzt. Solche Verfahren stützen sich auf kürzlich zu marktüblichen Bedingungen getätigte Transaktionen, auf den aktuellen Marktwert eines anderen Instruments, das im Wesentlichen das gleiche Instrument ist, auf die Analyse der diskontierten Zahlungsströme oder auf Optionspreismodelle.

Die Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte erfolgt, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Vermögenswert auslaufen oder der finanzielle Vermögenswert übertragen wird, sofern im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden beziehungsweise die Verfügungsmacht über den Vermögenswert abgegeben wird.

Als finanzielle Verbindlichkeiten werden auf der Passivseite Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere Verbindlichkeiten ausgewiesen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Wesentlichen zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls unter Verwendung der Effektivzinsmethode, bewertet. Im Falle von Finanzschulden entsprechen die Anschaffungskosten dem Auszahlungsbetrag. Im Falle von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten entsprechen die Anschaffungskosten dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung.

Finanzielle Verbindlichkeit werden ausgebucht, wenn die der Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist.

Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zuzuordnen, wurde wie im Vorjahr kein Gebrauch gemacht.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE: Zu den derivativen Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Zins-Derivate, Währungs und Commodity-Derivate über Strom, Gas und Kohle. Die Commodity-Derivate werden überwiegend physisch erfüllt.

Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos werden insbesondere Zins-Swaps eingesetzt. Diese Instrumente sichern Zahlungsströme aus verzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten durch Cashflow-Hedge-Accounting. Zur Sicherung von Währungsschwankungen von finanzieller Kohle werden Devisentermingeschäfte auf US-Dollar Basis abgeschlossen.

Schwebende Geschäfte zur Marktpreissicherung im Bereich des Energiehandels fallen in den Anwendungsbereich von IAS 39 (2008) und müssen als Finanzinstrumente erfasst werden, während die abgesicherten Grundgeschäfte (Vertriebskontrakte) in der Regel nicht unter IAS 39 (2008) fallen. Die Bilanzierung nach IAS 39 (2008) betrifft insbesondere physisch zu erfüllende Warentermingeschäfte, die im Rahmen der Lastganganpassung wieder veräußert werden müssen. Hierdurch hat sich die Volatilität der Ergebnisse erhöht.

Zur Begrenzung der Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus dem Gasgeschäft werden aufgrund variabler Marktpreise Swaps eingesetzt, für die zu großen Teilen ebenfalls Cashflow-Hedge-Accounting angewendet wird. Zum 30. September 2009 sind bestehende Grundgeschäfte in Cashflow Hedges mit Laufzeiten bis zu neun Jahren im Bereich Zinssicherung einbezogen. Im Commodity-Bereich betragen die Laufzeiten geplanter Grundgeschäfte bis zu drei Jahre. Sowohl Zinssicherungsinstrumente als auch Commodity-Derivate bedingen Nettoausgleichszahlungen zu den vertraglich fixierten Terminen, welche im Wesentlichen dem Grundgeschäft entsprechen. Bei den Sicherungsinstrumenten handelt es sich um Swaps, die während der gesamten Vertragslaufzeit Cashflows generieren.

Im Geschäftsjahr 2008/09 ist ein Aufwand in Höhe von 8 664 Tsd Euro (Vorjahr
3 565 Tsd Euro Ertrag) direkt im Eigenkapital erfasst worden.

Betrag, der im Rahmen des Cashflow-Hedges-Accountings aus dem Eigenkapital entnommen wurde:

 
in Tsd Euro 30.9.2009 30.9.2008  
Enthalten im EBIT 1 808 159 
Enthalten in den Finanzaufwendungen – 3 013  1 013  
Summe der entnommenen Beträge – 1 205  1 172  

Im Geschäftsjahr 2008/09 ergab sich aus dem ineffektiven Teil von Cashflow Hedges ein Ertrag von 114 Tsd Euro (Vorjahr 0 Tsd Euro). Die Ergebnisse aus ineffektiven Teilen von Cashflow Hedges werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen erfasst. Bei Zinssicherungen erfolgt der Ausweis im sonstigen Zinsergebnis.

Die Buchwerte sowie deren Aufteilung auf die Bewertungskategorien nach IAS 39 werden in den folgenden Tabellen dargestellt. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen im Wesentlichen den Buchwerten. Die dargestellten Klassen orientieren sich dabei an den Bewertungskategorien des IAS 39. Im Geschäftsjahr 2008/09 fanden wie im Vorjahr keine Umwidmungen der Bewertungskategorien nach IAS 39 statt.

Aktiva

 
zum 30.9.2008 Nicht im Anwendungs­bereich des
IFRS 7
 Kredite und Forderungen Zu Handelszwecken gehalten Zur Veräußerung verfügbar Derivate im Hedge Accounting Wertansatz nach IAS 17  
in Tsd Euro Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert  
Finanzanlagen  11 781  4 461  122 739  35 802  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen  536 142      
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 38 138  87 287  414 928   11 472  5 070  
Flüssige Mittel und Wertpapiere  97 123  7     
  38 138  732 333  419 396  122 739  11 472  40 872  
  
Passiva   
zum 30.9.2008



 Nicht im Anwendungs­bereich des
IFRS 7
 Zu
fortgeführten Anschaffungs- kosten
 Zu
Handels-
zwecken gehalten

 Derivate im Hedge Accounting

 Wertansatz nach
IAS 17

     
in Tsd Euro Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert   
Finanzschulden  1 231 631    4 961      
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen  240 312         
Andere Verbindlichkeiten 54 409  93 688  313 851  876       
  54 409  1 565 631  313 851  876  4 961      

Aktiva

 
zum 30.9.2009 Nicht im Anwendungs­bereich des
IFRS 7
 Kredite und Forderungen Zu Handels­zwecken gehalten Zur Veräußerung verfügbar Derivate im Hedge Accounting Wertansatz nach IAS 17  
in Tsd Euro Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert  
Finanzanlagen 75 138 8 580 3 641 42 814  48 342 
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen  463 294     
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 62 657 110 072 375 631 23 573 5 789 
Flüssige Mittel und Wertpapiere  321 170 1 534    
  137 795 903 116 380 806 42 837 573 54 131  
  
Passiva   
zum 30.9.2009



 Nicht im
Anwendungs­bereich des
IFRS 7
 Zu
fortgeführten Anschaffungs- kosten
 Zu
Handels­zwecken gehalten
 Derivate im Hedge Accounting

 Wertansatz nach IAS 17


     
in Tsd Euro Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert Buchwert   
Finanzschulden  1 506 818    5 937     
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen  236 816        
Andere Verbindlichkeiten 65 329 43 367 502 991 8 059      
  65 329 1 787 001  502 991 8 059 5 937     

NETTOERGEBNIS NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN: Finanzinstrumente sind in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen (gemäß IFRS 7) erfasst. Die Zinserträge und Zinsaufwendungen aus nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten sind im Folgenden unter dem Punkt Gesamtzinserträge und -aufwendungen ausgewiesen.

Nettoergebnis (IFRS 7)

 
in Tsd Euro 2008/2009 2007/2008  
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
 – 254 739 87 627  
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 3 974 8 456  
Kredite und Forderungen – 15 825 – 5 848  
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
   

In der Darstellung des Nettoergebnisses sind freistehende Derivate, welche sich in der Bewertungskategorie „Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten“ befinden, berücksichtigt. Das Nettoergebnis der Kategorie „Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten“ stammt im Wesentlichen aus der Marktbewertung nach IAS 39.

Das Nettoergebnis der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbar“ enthält im Wesentlichen Erträge und Ausschüttungen aus Beteiligungen sowie Abgangserfolge und Wertberichtigungen.

Die Nettoergebnisse der Kategorie „Kredite und Forderungen“ stammen zum überwiegenden Teil aus Wertberichtigungen und Zuführungen.

Die Effekte der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich aus den nachfolgend ausgewiesenen Gesamtzinserträgen und -aufwendungen.

Die Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbar“ betragen im Geschäftsjahr 2008/09 578 Tsd Euro (Vorjahr 1 997 Tsd Euro). Die finanziellen Vermögenswerte der Kategorie „Kredite und Forderungen“ wurden in Höhe von 16 991 Tsd Euro (Vorjahr 8 560 Tsd Euro) wertberichtigt.

Gesamtzinserträge und -aufwendungen

 
in Tsd Euro 2008/2009 2007/2008  
Gesamtzinserträge 9 805 9 407  
Gesamtzinsaufwendungen 77 152 71 125 

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen resultieren aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, welche nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Im Finanzergebnis sind zudem auch Zinsanteile aus Rückstellungen enthalten, die nicht unter die Angabepflichten des IFRS 7 fallen, weswegen die hier veröffentlichten Zahlen von diesem abweichen. Die hier ausgewiesenen Zinserträge stammen im Wesentlichen aus Bankguthaben, Tages- und Festgeldanlagen sowie Ausleihungen. Die Zinsaufwendungen resultieren zum Großteil aus Darlehensverpflichtungen. In den Gesamtzinserträgen sind, wie im Vorjahr, keine Zinsen aus bereits wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten enthalten.

FINANZIERUNGS- UND PREISRISIKEN: Allgemeine Informationen über Finanzierungs- und Preisrisiken: Die MVV Energie Gruppe ist Marktpreisrisiken durch Veränderung von Zinssätzen und Wechselkursen sowie sonstigen Preisen ausgesetzt. Auf der Beschaffungs- und Absatzseite bestehen Commodity-Preis- Risiken. Die MVV Energie Gruppe unterliegt darüber hinaus Kreditrisiken, die vor allem aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren. Ferner bestehen Liquiditätsrisiken, die im Zusammenhang mit den Kredit- und Marktpreisrisiken stehen oder mit einer Verschlechterung des operativen Geschäfts beziehungsweise mit Störungen an den Finanzmärkten einhergehen. Die Finanzierungsrisiken umfassen Liquiditäts- und Zinsänderungsrisiken sowie Forderungsausfallrisiken und Risiken aus der Nichteinhaltung vereinbarter Kennzahlen („financial covenants“) im Zusammenhang mit der Fremdkapitalaufnahme.

Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Preisschwankungen auf den Energiemärkten sowie aus Änderungen der Zinssätze. Das Wechselkursrisiko hat für die MVV Energie Gruppe bis auf den US-Dollar eine untergeordnete Bedeutung. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die internationalen Verflechtungen der MVV Energie Gruppe als nicht wesentlich einzustufen sind. Der US-Dollar ist die wichtigste Fremdwährung im Konzern, da alle wesentlichen Roh- und Brennstoffe in dieser Währung abgerechnet werden. Die MVV Energie Gruppe verfolgt das Ziel, durch ein systematisches Risikomanagement ebenfalls eine Absicherung gegen Risiken zu erreichen. Hierzu werden anhand interner Richtlinien Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten, Funktionstrennung und Kontrollen festgelegt.

Zur Absicherung gegen Marktpreisrisiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Im Bereich des Zinsänderungsrisikos werden im Wesentlichen Zins-Swaps abgeschlossen. Im Bereich des Energiehandels werden Commodity-Derivate eingesetzt. Der Einsatz von Commodity-Derivaten zum Zwecke des proprietären Energiehandels ist nur in engen Grenzen erlaubt und wird durch organisatorisch getrennte Einheiten limitiert und überwacht.

KREDITRISIKEN: Die Gefahr eines wirtschaftlichen Verlusts, der dadurch entsteht, dass ein Kontrahent seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, wird als Kreditrisiko bezeichnet. Das Kreditrisiko umfasst sowohl das unmittelbare Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung. Bei der MVV Energie Gruppe bestehen Kredit- und Handelsbeziehungen vorwiegend zu Banken und anderen Handelspartnern mit zweifelsfreier Bonität. Kreditrisiken gegenüber Vertragspartnern werden bei Vertragsabschluss geprüft und laufend überwacht. Durch Festlegung von Limits für das Handeln mit Geschäftspartnern und gegebenenfalls durch das Stellen von Barsicherheiten wird das Kreditrisiko eingeschränkt. Wenn möglich, wird das Ausfallrisiko bereits im Vorfeld durch geeignete Rahmenverträge mit den Handelspartnern vermindert.

Im Vertriebsgeschäft ist die MVV Energie Gruppe Kreditrisiken ausgesetzt, weil Kunden möglicherweise ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Durch eine regelmäßige Bonitätsanalyse der wesentlichen Positionen unseres Kundenportfolios wird dieses Risiko eingeschränkt.

Das maximale Ausfallrisiko der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte (Forderungen, Derivate und sonstige Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte) ergibt sich durch deren Buchwerte. Im Berichtsjahr und im Vorjahr waren die Ausfälle unbedeutend.

Da Derivate hohen Marktwertschwankungen unterliegen können, wird in der folgenden Übersicht das Kontrahentenrisiko der derivativen finanziellen Vermögenswerte dargestellt, wobei grundsätzlich nur bilanzierte Bücher betrachtet werden. Liegen Nettingvereinbarungen mit einem Handelspartner vor, wird das tatsächliche – das saldierte Risiko – dargestellt. Kontrahenten, mit denen ein negativer Saldo, also kein Kontrahentenrisiko besteht, werden nicht berücksichtigt. In allen anderen Fällen findet keine Saldierung mit negativen Marktwerten statt.

Kontrahentenrisiko zum 30.9.2009

 
in Tsd Euro Gesamt Davon < 1 Jahr Davon 1 – 5 Jahre Davon > 5 Jahre  
Kontrahenten-Rating nach
Standard & Poor’s und / oder Moody’s
 Nominal- wert


 Kontra- henten- risiko

 Nominal- wert


 Kontra- henten- risiko

 Nominal- wert


 Kontra- henten- risiko

 Nominal- wert


 Kontra- henten- risiko

 
AAA und Aaa bis AA- und Aa3 4 112 291 2 826 127 1 286 164   
AA- und A1 oder A+ und Aa3
bis A- und A3
 1 172 425 11 386 844 677 8 916 327 605 2 467 143 3  
A- und Baa1 oder BBB+ und A3
bis BBB- oder Baa3
 26 721 2 287 21 857 986 4 864 1 301   
BBB- und Ba1 oder BB+ und
Baa3 bis BB- und Ba3
         
Sonstiges 1 381 384 30 778 876 187 8 126 505 197 22 652   
  2 584 642 44 742 1 745 547 18 155 838 952 26 584 143 3 

Kontrahentenrisiko zum 30.9.2008

 
in Tsd Euro Gesamt Davon < 1 Jahr Davon 1 – 5 Jahre Davon > 5 Jahre  
Kontrahenten-Rating
nach
Standard & Poor’s und
/ oder Moody’s
 Nominal-
wert


 Kontra-
henten-
risiko

 Nominal-
wert


 Kontra-
henten-
risiko

 Nominal-
wert


 Kontra-
henten-
risiko

 Nominal-
wert


 Kontra-
henten-
risiko

 
AAA und Aaa bis AA- und Aa3 184 637 20 759 130 388 16 083 54 249 4 676   
AA- und A1 oder A+ und Aa3
bis A- und A3
 1 552 153 67 347 964 104 18 841 579 627 48 261 8 422 245  
A- und Baa1 oder BBB+ und A3
bis BBB- oder Baa3
 19 103  10 196  8907    
BBB- und Ba1 oder BB+ und
Baa3 bis BB- und Ba3
         
Sonstiges 1 193 452 38 858 643 496 14 688 549 956 24 170   
  2 949 345 126 964 1 748 184 49 612 1 192 739 77 107 8 422 245 

Der wesentliche Teil des Nominalvolumens der Derivate besteht mit Handelspartnern, für die ein externes Rating verfügbar ist. Für den unter „Sonstiges“ ausgewiesenen Teil des derivativen Nominalvolumens bestehen interne Ratings.

Bei mit Börsen abgeschlossenen Handelsgeschäften mit einem Nominalwert von
459 090 Tsd Euro (Vorjahr 496 549 Tsd Euro) bestehen zum 30. September 2009 aufgrund getroffener Clearing-Vereinbarungen keine Kreditrisiken.

LIQUIDITÄTSRISIKEN: Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maß erfüllen kann. Liquiditätsrisiken entstehen in der MVV Energie Gruppe durch die Verpflichtung, Verbindlichkeiten vollständig und rechtzeitig zu tilgen sowie Sicherheitsleistungen (Margins) von Energiehandelspartnern zu bedienen. Aufgabe des Cash- und Liquiditätsmanagements der MVV Energie Gruppe ist es, jederzeit die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dafür werden der gesamte Zahlungsmittelbedarf und alle Zahlungsmittelüberschüsse ermittelt. Die wesentlichen Teilkonzerne verfügen über ein Cash-Pooling-Verfahren, wodurch die Bankgeschäfte auf ein vertretbares Maß zurückgefahren werden können.

Zur Liquiditätssteuerung wird ein Finanzplan erstellt. Der entstehende Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente im Rahmen der Liquiditätssteuerung gedeckt. Neben der täglich verfügbaren Liquidität verfügt die MVV Energie Gruppe über weitere Liquiditätsreserven in Form von zugesagten Kreditlinien. Der Umfang der zugesagten Kreditlinien wurde im Berichtszeitraum ausgeweitet, um in einem schwierigen, durch die internationale Finanzmarktkrise geprägten Marktumfeld über zusätzliche Liquiditätsreserven zu verfügen. Durch die vorhandene Liquidität sowie die bestehenden Kreditlinien sieht sich die MVV Energie Gruppe keinen wesentlichen Liquiditätsrisiken ausgesetzt.

Die Refinanzierung der Konzerngesellschaften der MVV Energie Gruppe erfolgt in der Regel durch lokale Kreditinstitute zweifelsfreier Bonität sowie durch die MVV Energie AG.

In der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten undiskontiert dargestellt. Die korrespondierenden Zinszahlungen sind enthalten.

 
Undiskontierte Cashflows zum 30.9.2009 zum 30.9.2008  
in Tsd Euro Fälligkeiten
< 1 Jahr
 Fälligkeiten
1–5 Jahre
 Fälligkeiten
> 5 Jahre
 Fälligkeiten
< 1 Jahr
 Fälligkeiten
1–5 Jahre
 Fälligkeiten
> 5 Jahre
 
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten             
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 340 099  831 405  371 064  227 026 626 990 380 399  
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 1 265  4 765 1 996  946 3 479 2315  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 236 816    240 312   
Sonstige Finanzschulden 151 523  18 065 47 828  138 190 15 979 61 353  
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 39 137  3 928 302  91 789  1 555  344  
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 506 975  1 237 491  84  938 883 673 462 1 140  
  1 275 815  2 095 654  421 274 1 637 146 1 321 465 445 551 

ZINSRISIKEN: Zinsrisiken bestehen auf der Aktivseite aus Bankguthaben sowie auf der Passivseite aus variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten. Daneben bestehen Zinsrisiken im Wesentlichen aus Derivaten in Form von Swap-Geschäften. Zinsrisiken bestehen im Wesentlichen in der Euro-Zone.

Nachfolgend werden die Auswirkungen von Zinssatzänderungen auf das Jahresergebnis und das Eigenkapital analysiert. Die Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter, zum Beispiel Wechselkurse, sich nicht verändern. Es wurden nur Finanzinstrumente in die Analyse einbezogen, deren Zinsänderungsrisiko das Eigenkapital beziehungsweise das Jahresergebnis verändern könnten. Für die Analyse wird der Mittelwert aus den letzten zehn Jahren der Veränderung der Umlaufrendite herangezogen.

Eine Abweichung des Zinsniveaus im Euro-Raum zum Stichtag 30. September 2009 um 10% nach oben beziehungsweise nach unten würde den Jahresüberschuss insgesamt um 218 Tsd Euro / 189 Tsd Euro (im Vorjahr 0 Euro / 0 Euro) verbessern / verschlechtern. Die Abweichung würde das Eigenkapital insgesamt um 1 241 Tsd Euro / 1 193 Tsd Euro (im Vorjahr 716 Tsd Euro / 735 Tsd Euro) verbessern / verschlechtern.

WÄHRUNGSRISIKEN: Währungsrisiken bestehen hauptsächlich im Rahmen der Beschaffung von Roh- und Brennstoffen, die an den internationalen Märkten in US-Dollar abgerechnet werden. Zur Absicherung des zu einem bestimmten Zeitpunkt bereits bekannten Bedarfs an Roh- und Brennstoffen werden diese im Rahmen von Warentermingeschäften beschafft. Die hierbei entstehenden Zahlungsverpflichtungen in US-Dollar, die bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses der Warentermingeschäfte der Höhe und dem Termin nach bekannt sind, unterliegen einem Währungsrisiko. Zur Ausschaltung des wesentlichen Währungsrisikos werden mit dem Zahlungsstrom in US-Dollar kongruente Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

COMMODITY-PREISRISIKEN: Im Rahmen unserer Energiehandelstätigkeit werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisrisikomanagements, der Lastganganpassung und der Margenoptimierung abgeschlossen. Im Wesentlichen dienen die Eigenhandelskontrakte ökonomischen Sicherungsbeziehungen und sind nur innerhalb enger, klar definierter Grenzen erlaubt.

Die Preisänderungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch die Beschaffung und Veräußerung von Strom und Gas sowie durch die Beschaffung von Kohle sowie Emissionsrechten. Die Preisrisiken werden anhand fortlaufend überprüfter Marktpreiserwartungen mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Im Berichtsjahr wurden derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Überwiegend wurden als Sicherungsinstrumente Forwards, Futures, Swaps sowie Optionen eingesetzt.

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung von Derivaten auf Strom, Kohle, Gas und Emissionsrechte analysiert. Die Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben und eine Abhängigkeit der Commodities untereinander besteht. Es wurden nur Derivate in die Analyse einbezogen, deren Marktwertschwankungen das Eigenkapital beziehungsweise das Jahresergebnis beeinflussen. Hierbei handelt es sich um bilanzierungspflichtige Derivate. Nicht in die Betrachtung einbezogen sind Derivate, die zur physischen Erfüllung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarfs des Unternehmens bestimmt sind („own use“). Diese sind nicht nach IAS 39 zu bilanzieren. Daher entsprechen die nachfolgend dargestellten Sensitivitäten nicht den tatsächlichen ökonomischen Risiken und dienen lediglich der Erfüllung der Angabenvorschriften des IFRS 7.

Wäre der Marktpreis zum Stichtag 30. September 2009 um 10 % (Vorjahr 10 %) höher / niedriger ausgefallen, hätte dies den Jahresüberschuss um 36 850 Tsd Euro / 37 888 Tsd Euro (Vorjahr 34 747 Tsd Euro / 34 409 Tsd Euro) verbessert / verschlechtert. Das Eigenkapital hätte sich zum gleichen Stichtag um 37 098 Tsd Euro / 38 136 Tsd Euro (Vorjahr 35 838 Tsd Euro / 35 500 Tsd Euro) erhöht / verringert.

Die folgende Tabelle gibt das Nominalvolumen und die Marktwerte der eingesetzten Derivate wieder:

Nominalvolumen und Marktwerte

 
  30.9.2009 30.9.2008  
in Tsd Euro Nominalvolumen Marktwerte Nominalvolumen Marktwerte  
  Gesamt


 Davon mit
Restlaufzeit von mehr
als 1 Jahr
   Gesamt


 Davon mit
Restlaufzeit
von mehr als 1 Jahr
   
Zins-Derivate 237 793 122 147 – 8 804  286 178 247 530 2 769 
Commodity-Derivate 3 374 005  1 382 719  – 123 241  3 950 207 1 979 491 108 904 
Währungs-Derivate 39 905 17 775 – 2 801     
  3 651 703  1 522 641  – 134 846  4 236 385  2 227 021 111 673 

Bei den Zins-Derivaten handelt es sich nahezu ausschließlich um Zins-Swaps. Bei den Währungsderivaten handelt es sich um die Absicherung von finanzieller Kohle in US-Dollar.

Die Commodity-Derivate lassen sich wie folgt unterteilen:

Commodity-Derivate

 
  30.9.2009 30.9.2008  
in Tsd Euro Nominal­volumen Markt­werte Nominal­volumen Markt­werte  
Commodity-Derivate         
Strom 3 242 805  – 85 159  3 826 852  82 263 
Kohle 16 982 – 14 547  57 209 22 250 
Gas 114 218  – 23 535  66 146  4 391  
  3 374 005  – 123 241  3 950 207  108 904  
          
Commodity-Derivate         
Termingeschäft 3 354 039  – 110 019  3 725 157  72 106 
Swaps 19 966 – 13 222  220 442 36 775 
Swaption   4 608 23 
  3 374 005  – 123 241  3 950 207  108 904  

Den positiven Marktwerten in Höhe von 376 204 Tsd Euro (Vorjahr 426 400 Tsd Euro) stehen keine Margining-Verbindlichkeiten (Vorjahr 44 386 Tsd Euro) gegenüber. Diese sind in den anderen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Den negativen Marktwerten in Höhe von 511 050 Tsd Euro (Vorjahr 314 181 Tsd Euro) stehen Barsicherheiten in Höhe von 91 416 Tsd Euro gegenüber (Vorjahr 11 396 Tsd Euro).